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Der Erwerb eines flexiblen Verständnisses von Stellenwerten ist Grundlage für sicheres Rechnen und damit auch für das weiterführende Lernen von Mathematik. Bei der Arbeit mit der Stellenwerttafel können jedoch Handlungen ganz unterschiedliche Bedeutung haben. Die Bedeutung der Tätigkeit in Abhängigkeit vom verwendeten Arbeitsmaterial kann mit Hilfe der Artefact-Centric Activity Theory analysiert werden. Im Rahmen dieses Projekts wurden Schulbücher analysiert und eine qualitative sowie quantitative Studie zum kindlichen Verständnis von Stellenwerten durchgeführt.

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Dissertationsvorhaben von Sofia Chasaki:
 
Ein flexibles Stellenwertverständnis ist definiert als die Fähigkeit der Kinder zwischen den verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten einer Zahl flexibel zu wechseln (Ladel/Kortenkamp 2014). Eine mehrstellige Zahl lässt sich auf drei verschiedene Arten darstellen bzw. teilen. Die Standard-Teilung (Ladel/Kortenkamp, 2014, Ross 1985, Resnick 1983) beschreibt die Darstellungsweise, die durch fortgesetzte Bündelung erreicht wird. Die Zahl 125 beispielsweise wird als 1H 2Z 5E dargestellt. Die nicht-Standard strenge Teilung ist diejenige, bei der die Zahl noch erkennbar ist (1H 25E), während bei der letzten, der nicht-Standard-Teilung nach der Bündelung noch addiert werden muss, um die Zahl zu erhalten (z.B. 11Z 15E). Diese nicht-Standard-Teilungen können sehr gut in der virtuellen Stellenwerttafel veranschaulicht werden, da der Bündelungs-und Entbündelungsprozess mit dem Prinzip des Stellenwerts verknüpft ist. In der virtuellen Stellenwerttafel lassen sich beliebig große Zahlen darstellen. Verschieben die Kinder ein Plättchen von den Zehnern zu den Einern, so entbündelt dieses sich in 10 Plättchen. Diese Handlung hat in der virtuellen Stellenwerttafel eine Darstellungsänderung mit Wertgleichheit zur Folge während in der physischen Stellenwerttafel die gleiche Handlung mit einer Wertänderung der Zahl verbunden ist.
 
Gegenstand des Dissertationsvorhabens ist es qualitativ zu untersuchen, welche Auswirkungen der gezielte Einsatz der virtuellen Stellenwerttafel auf das flexible Stellenwertverständnis von Zweitklässlern hat. Das Projekt geht u. a. folgenden Forschungsfragen nach
  • Welche Vorstellungen haben Kinder der zweiten Klasse Grundschule von zweistelligen Zahlen?
  • In welche Kategorien lassen sich die Antworten der Zweitklässler zum flexiblen Stellenwertverständnis einteilen bevor sie mit der virtuellen Stellenwerttafel gearbeitet haben?
  • Welche Fehlerkategorien lassen sich bei Zweitklässlern zum flexiblen Stellenwertverständnis ausfindig machen?
  • In welche Kategorien lassen sich die Antworten der Zweitklässler zum flexiblen Stellenwertverständnis einteilen nachdem sie mit der virtuellen Stellenwerttafel gearbeitet haben?
Vorgesehen für dieses Projekt ist ein Pre-Post-Design, im Verlaufe dessen die Daten mittels videodokumentierter sowie leitfadengestützter Einzelinterviews erfasst werden. Daran schließt sich eine Interventionsphase an, in der sich die Kinder mit eigens für diese Phase entwickelten Aufgaben beschäftigen. Auch hier erfolgt die Datenerhebung anhand videodokumentierter und leitfadengestützter Einzelinterviews.

 

Projekte
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