Internationaler Projektaustausch mit Brisbane/Australien

Die Digitalisierung hält immer mehr Einzug in die Klassenzimmer weltweit. Ein internationales Forscherteam aus Schwäbisch Gmünd, Potsdam und Brisbane untersucht daher, ob Grundschülerinnen und -schüler in Deutschland und Australien mithilfe einer von ihnen entwickelten App namens „Stellenwerte“ für den Mathematikunterricht ein flexibles Verständnis von Stellenwerten entwickeln.

Laura Abt, Prof. Dr. Silke Ladel und Prof. Dr. Kevin Larkin

Im Rahmen des Projekts, das in Kooperation mit Prof. Dr. Ulrich Kortenkamp und Heiko Etzold von der Universität Potsdam sowie Prof. Dr. Kevin Larkin von der Griffith University Brisbane stattfindet und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird, besuchten nun Prof. Dr. Silke Ladel und Laura Abt von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd die Gold Coast in Australien. Hier stellten sie gemeinsam mit ihren australischen Kollegen den teilnehmenden Schulen die Untersuchung vor, die in Potsdam und Australien im September stattfindet und im Juni bereits in der Alemannenschule in Hüttlingen durchgeführt wurde. Erste Erfolge konnten die Projektverantwortlichen in Deutschland bereits verzeichnen: „Der Großteil der an der Untersuchung beteiligten Zweitklässler ist in der Lage im Zahlenraum weit über 1000 hinaus zu handeln und hier flexible Darstellungen von Zahlen in der Stellenwerttafel zu finden“, resümiert Ladel. Aufgrund der unterschiedlichen Curricula wird die App in Deutschland in den zweiten Klassen und in Australien in den ersten Klassen getestet.

Die Wissenschaftlerinnen hospitierten an drei am Forschungsprojekt teilnehmenden Schulen und erlangten wertvolle Einblicke in deren Arbeit. So sei beispielsweise der Einsatz von Tablets viel selbstverständlicher als an deutschen Grundschulen und gleichzeitig von den Lehrpersonen sorgfältig durchdacht und gut reflektiert. Digitale Medien stellten dabei ein Arbeitsmittel von vielen dar, das gemeinsam mit physischen Arbeitsmitteln sowohl zur Förderung prozessbezogener Kompetenzen, wie z.B. der Kommunikation untereinander, als auch zur Förderung mathematischer Kompetenzen eingesetzt werde, beobachteten die Forscherinnen.

Die Ausstattung der privaten sowie staatlichen australischen Grundschulen ist dabei ganz unterschiedlich gestaltet. So sind unter den Schulen eine bereits von der Vorschule an voll ausgestattete iPad-Schule (1 iPad pro Kind mit byod – bring your own device), eine Schule mit einzelnen iPad-Klassen pro Klassenstufe, sowie eine Schule mit einzelnen iPads in jeder Klasse (ca. sechs pro Klasse).

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